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Anfang Juli fand der 3. Teil des Hochtourenkursers statt.

Volker und ich hatten uns, nach einigem Hin- und Herüberlegen doch (wieder) für's Taschachhaus entschieden.

Es ist wirklich ein, fast, idealer Ausbildungsstützpunkt !

Da das Wetter bei der Ankunft im hintersten Pitztal ganz annehmbar war, beschloß ein Großteil der Gruppe den Aufstieg über den Fuldaer Höhenweg zu nehmen.

D.h. mit der Gondel zum Riffelsee hinauf und dann den schönen Höhenweg über'm Tal zur Hütte.

Leider war die Wetterprognose doch besser als die Realität : Schon bald verschwand die Sonne und es fing an zu regnen.

Bis wir auf der Hütte waren, waren wir ordentlich durchnässt !








1. Tag : Eistechnik im Eisbruch






Am nächsten Morgen, mehr oder weniger trocken und mehr oder weniger ausgeschlafen ....
... sollte es auf den Taschachferner gehen.

Von links nach rechts : Bernd, Henning, Andrei, Helga (hinten), Maria (vorne), Frank, Volker (hinten), Margot (vorne), Nadine und Stephanie. Marc fehlt ...

Wie man erkennen kann, war das Wetter noch ziemlich feucht und trübe !


Im Blankeis des Taschachferners wurde Eistechnik geübt :

Gehen mit Steigeisen, mit und ohen Pickel.
Verschiedene Gehtechniken, wie z.B "Eckenstein" oder "Frontzacken".

So allmählich wurde das Wetter etwas besser.

Im Hintergrund, auf dem Gratabsatz sieht man das Taschachhaus.
Später wurde es dann auch nochmal richtig steil. (rechts)
"Eisklettern" mit 2 Eisgeräten, bis 90°.



Zum Schluß gab's noch ein Besuch beim Gletschertor.

Durch den dramatischen Gletscherrückgang der letzten Jahre kann man da jetzt ganz bequem hin(ein).


2. Tag : Spaltenbergung




Zunächst wurde die Spaltenbergung mal im "Trockenen", d.h. in der Nähe der Hütte, geübt.
Bis die Abläufe jedem so einigermaßen klar waren.
Dann ging's auf den Gletscher ... schon etwas "realitätsnaher" !




3. Tag : Jeder muss einmal rein !



Am 3. Tag wurde es "ernst".

Wir gingen den Taschachferner hinauf in Richtung Mittelbergjoch. Ziel war der Bereich wo es verschneite Spalten geben sollte.

Zunächst ging's aber eine ganze Weile über den aperen Gletscher. Oberhalb konnten wir die "traurigen Reste" von Taschach Hochjoch und Taschach Wand sehen.
Das waren früher mal schöne Eiswände.
Inzwischen kann man sie bestenfalls noch sehr früh im Jahr machen ...

Nach einer guten Stunde waren wir im Schnee und an einem Hang wurde erstmal das Vergraben des Pickels ("Toter Mann") geübt.
Dann ging's nochmal ein gutes Stück höher, im Bogen um die Eisbrüche herum, in Richtung Wildspitze.
Hier fanden wir eine schöne Spalte für die Spaltenbergungsübungen.

Unten : Links Wildspitze, rechts Petersenspitze.
Wie sich dann rausstellte war sogar noch eine weitere, schmale, Spalte unter unserem Übungsgelände !
Zum Glück waren beide Übungsgruppen immer über einen "Toten Mann" hintersichert.
Geübt wurde folgendes Szenario : Dreierseilschaft; der Erste fällt/springt in die Spalte, die beiden anderen müssen den Sturz halten, Fixpunkt (Eisschraube oder Toter Mann) unter Zug-Belastung (!!) setzen und den Seilpartner mit loser Rolle aus der Spalte ziehen.
So sah's in der Spalte aus. (rechts) Da jeder/jede, jede Position mindestens einmal übernehmen musste, dauerte es eine ganze Weile bis wir "durch" waren.

Zum Abendessen auf der Hütte haben wir's dann gerade so geschafft.



4. Tag : Eiskastenspitze 3373m


Zum Abschluß solte es nocheinmal eine "richtige" Tour geben.
Auf Empfehlung es Hüttenwirts entschieden wir uns für die Eiskastenspitze. Eine richtige Hochtour, bei der, neben Block- und Schottergelände, auch ein Gletscher zu begehen ist.
Auch der Mittlere Eiskastenfernern, über den es früher hinaufging, ist vom Gletscherschwund nicht verschont geblieben. (siehe unten, Bildmitte)

Was übrig bleibt ist Schutt- und Blockgelände, durch das es sehr mühsam hinaufgeht.

Wir waren einer alten Spur gefolgt, die direkt auf den recht steilen Blockhang zuführte. (Maus auf's Bild, gelb)
Der war leider war nicht ganz ungefährlich, da sich auf einmal ein großer Block nach unten verabschiedete.
Knapp an einem Teilnehmer vorbei !!

Im Abstieg nahmen wir dann den deutlich sichereren Weg (rot).
Schwer beeindruckt von dem kleinen "Bergsturz" beschlossen 3 Teilnehmer/innen die Tour abzubrechen.

Unten links sieht man den Blockhang, kurz bevor sich einer der Brocken nach unten machte ...

Dann war's erstmal nur noch mühsam bis wir auf den flachen Gletscher kamen. Da ging's eine Weile durch den Firn und dann mussten wir den "Durchschlupf" durch eine steile Schotterwand finden.
Ein paar alte Begehungsspuren und Drahtseilreste zeigten, dass wir richtig waren.

Das Gelände war nicht einfach : Steile Schutthaufenkletterei mit der einen oder anderen II-er Stelle. (oben rechts und unten links)
Um das Steinschlagrisiko zu minimieren teilten wir uns in zwei 4-er Gruppen die in großem Abstand gingen.

Nachdem wir die steile Schuttwand hinter uns hatten ging's über ein Schneefeld auf auf den Ostgrat.
(oben rechts)

Der führte in abwechslungsreicher Blockkletterei, diesmal in festem Gestein, zum Gipfel.
Dort genossen wir bei phantastischer Aussicht die Gipfelbrotzeit.


Der Abstieg über den Blockgrat erwies sich als unproblematisch, ebenso das Schneefeld.
Dann ging's vorsichtig durch den steilen Schutt hinunter. Bevor wir das steilste und kritischste Stück abklettern mussten, entdeckten wir einen geschlagen Haken mit einer Abseilschlinge.(unten links)
Sicherheitshalber sicherten wir den Haken zusätzlich durch eine Blockschlinge und so konnten sicher ins einfache Gelände abseilen.

Der restlich Abstieg war dann zwar lang, aber unproblematisch.



5. Tag : Abstieg / Heimreise


Nachdem wir die Ausbildungswoche erfolgreich und unfallfrei und zur Zufriedenheit aller Teilnehmer "über die Bühne" gebracht hatten, konnten wir Ausbilder uns auch mal entspannt zurücklehnen. (unten links).

Nach einem gemütlichen Abschlussabend (!)) gab's am nächsten Morgen noch ein Gruppenfoto und dann machten wir uns an den Abstieg.


Auf dem Gruppenfoto (rechts) fehlt übrigens Maria. Die hatte nämlich noch nicht genug und war mit Freunden aus Kaiserslautern auf dem Weg zur Wildspitze !



Fotos : Marc Frey (MC), Frank Christmann (FC), Bernd Junglen (BJ) und Hy



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Letzte Änderung: 04.06.2018