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Schon länger wollte ich mal des Klettergebiet Paklenica an der dalmatischen Küste besuchen.
Es hat ein paar Jahre gedauert bis ich ein paar Mitkletterer überzeugen konnte.
Wie so oft waren Werner und Sigrid, Andreas W., Jutta und Thomas dabei.
Kurz vor der Abreise haben sich dann noch Maria und Gesine angeschlossen.

Das eigentliche Klettergebiet beschränkt sich im Wesentlichen auf die enge und steile Schlucht Velika Paklenica ("große Schlucht") im Paklenica Nationalpark. Er ist ein Teil des Velebit-Gebirges.

Daneben gibt es in der Umgebung noch ein paar kleinere, ziemlich unbekannte, Klettergebiete. (s.u.)

Der Hauptort ist Starigrad-Paklenica. Dort gibt es jede Menge Unterkünfte aller Art, mehrere Einkaufsmöglichkeiten, Tankstellen und Restaurants.
Da wir außerhalb der Hauptsaison unterwegs waren, waren allerdings nicht mehr alle Restaurants offen.

Die Anreise gestaltete sich relativ unproblematisch : Mit der berüchtigten Billigfuglinie ging's vom Flughafen Hahn (sehr früh !) nach Zadar.
Dort nahmen wir unsere Mietwagen entgegegen (unten links) und konnten dann in ca. einer Stunde zu unserer Unterkunft fahren.
Die lag ein paar Kilometer "hinter" Starigrad in der Nähe das Ortes Tribanj an der Küstenstrasse.

Unsere Unterkunft war das kleine Familienhotel
Rooms Ante.
Es liegt direkt am "eigenen" Strand. Der freundliche Wirt spricht fließend Deutsch
(und diverse andere Sprachen...) und kocht wirklich gut.

Die Zimmer waren schön und das Frühstück war reichlich !
Da das Essen so gut war, haben wir nur zweimal Abends "auswärts" gegessen.

War das Wetter anfangs doch schon sehr "herbstlich", kühl und sehr windig, so wurde es dann zunehmend wärmer und auch meistens trocken.
KLETTERN stand natürlich an erster Stelle, aber nicht nur (siehe weiter unten) ...
Im Folgenden ein paar Bilder aus der Paklenica Schlucht :

Im mittleren Schluchtteil gibt es auch ein paar Einseillängenrouten, aber interessanter sind natürlich die Mehrseillängentouren.
Wie man links oben sieht, sind die Zustiege in der Regel recht kurz. Dafür können die Abstiege manchmal recht lang sein. Abseilen geht nicht immer.

Aber wenn man "oben" ist, hat man fast immer einen Blick auf's nahe Meer !



Unser abendlicher Abschluß fand immer in einer Strandbar am Ortsausgang von Starigrad statt.


Auch wenn die Temperaturen alles andere als sommerlich waren ... ein "Sundowner" musste sein !


Und der Sonnenuntergang war jedesmal ein Spektakel.
(Maus auf's Bild !)


Obwohl es keine Hauptsaison mehr war, waren die Touren in der "Schlucht" doch immer gut besucht. Außer am Samstag & Sonntag hatten wir aber meist keine "Wartezeiten".
Übrigens : Abgesehen von einigen wenigen Stellen in viel begangenen Routen ist der Fels immer rauh und griffig !

Thomas hatte mal wieder eine gute Spürnase und noch ein etwas abgelegenes Gebiet entdeckt : Vrh Ercegov.
Es liegt außerhalb des Nationalparks auf der Hochfäche und scheint recht neu erschlossen zu sein. Man sieht kaum Begehungsspuren.
Die Absicherung ist OK aber ein paar Friends & Keile sollte man dabei haben.
In diesem Gebiet waren wir praktisch den ganzen Tag allein !
Das mag auch am Wetter gelegen haben : Es war kalt und windig. Da hat auch der blaue Himmel nix dran geändert !
Im "unteren" Sektor gab es vor allem Einseillängenrouten.
Etwas weitern oben, der Zugang nicht ganz einfach zu finden, gab's auch Mehrseillängentouren.
Ein Teil von uns entschied sich für eine, wenn auch recht einfache, 4-Seillängen Tour, während die anderen sich für die "harten" Einseillängentouren entschieden.
Natürlich konnte man vom Gipfel wieder das Meer sehen !

Andreas W. und ich wollten nicht nur klettern, sondern auch etwas von der beeindruckenden Landschaft haben. Wir beschlossen über die Karstfläche und anschließend durch die Mala Paklenica, die "kleine Schlucht" zurück zu WANDERN.

Da wir außer einer etwas "groben" Karte keine genauen Informationen hatten, schätzten wir so ca. 3h bis 4h.
Maria und Gesine schlossen sich uns an, während die anderen vier sich weiter am rauhen Kalk die Finger lang ziehen wollten.

Der Anfang unserer Wanderung war eher unspektakulär ...
Aber wenigstens war das Wetter gut !

... man könnte auch sagen "langweilig" und schweisstreibend.


Eine Steilstufe führte uns auf die Hochfläche..
Dort trafen wir auf einen kleinen Friedhof. Offenbar frisch renoviert.
Die Grabsteine zeigten serbische-orthodoxe Symbole (Maus auf's Bild unten).

Das machte uns bewusst, dass wir uns hier auf historisch -politisch unruhigem Boden bewegten.
Anfang der 90-er Jahre haben sich hier in der Gegend Serben und Kroaten einen schmutzigen Krieg geliefert.
Wir hatten schon länger den Eindruck dass unsere Zeitplanung etwas "zu ambitioniert" war.
Als wir nach ca. 4h auf diesen Wegweiser (links) trafen war uns klar, dass wir Mühe haben würden vor der Einbruch der Dunkelheit wieder am Ausgangspunkt in Seline zu sein !

Immerhin hatten wir es ab hier im Wesentlichen mit Abstieg zu tun. Es ging hinunter in die Schlucht, die Mala Paklenica.
Unten ging es weglos, aber gut markiert durch die Schlucht.

Gehpassagen wechselten sich mit Klettereinlagen ab.
Dabei war durchaus auch mal eine kurze Stelle im II - III Grad zu bewältigen.
Da wir die Länge der Tour anders eingeschätzt hatten, waren wir etwas sparsam mit dem Wasser gewesen.
Die Flaschen wurden zusehends leerer !

Zum Glück kamen wir an einer großen Höhle vorbei in der es eine kleine Quelle gab !



Leider ging es in der Schlucht nicht immer bergab, gelegentlich ging der markierte Weg weit hoch in den Steilhang, um dann wieder steil in den Schluchtgrund zu gehen.
Von "oben" konnten wir sehen wie weit der Schluchtausgang, noch entfernt war. (unten)





Nach gut 7h waren wir wieder am Ausgangspunkt, wo das Auto parkte. Ein Blick zurück zeigt die Schlucht im Licht der untergehenden Sonne. (oben rechts)


Wir hatten es doch noch vor der Dunkelheit geschafft und hatten sogar noch Zeit für ein Bier in der Strandbar.




Was es noch gab : Jede Menge gutes Essen und ein Tag in Zadar.

Nach ein paar Tagen voller sportlicher Aktivitäten, war es Zeit für einen Ruhetag.
Da es an diesem Tag sowieso schlechtes Wetter geben sollte, war sogar Thomas (!!) bereit einen Tag auf's Klettern zu verzichten.
So erkundeten wir die Altstadt von Zadar. Die Wetterprognose erwies sich als korrekt, es gab immer wieder, teils heftige, Regenschauer.


Wir besuchten auch die Hafenpromenade, von wo aus wir am Horizont die "schwebenden" Inseln beobachten konnten. (oben)


Außerdem gingen wir natürlich zu der berühmten Meeresorgel.

Hier kann man sich's auch anhören :
An unserem letzten Tag drehte das Wetter nochmal richtig auf !
Unser Wirt ließ sich zu einem Frühstück am Meer überreden.

Nach ausgiebigem und gemütlichen Frühstück gab's dann nochmal einen schönen Klettertag in der Schlucht.
Am nächsten Morgen, lange vor Sonnenaufgang, mussten wir zum Flughafen nach Zadar ... und ein paar Stunden später landeten wir wieder im regnerischen und trüben Hunsrück.



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Bilder : Andreas (AW), Gesine (GH) und von mir (Hy)



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Letzte Änderung : 13.06.2018